Leitung: Alena Maria Schneider
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Shiatsu als Weg

Ein Bericht über die Shiatsu-Ausbildung bei Alena Maria Schneider im "Frühlingsgarten", Studio für Taiji, Qi Gong und Shiatsu

Angefangen hat alles im Januar 2003.
Wir waren neun Frauen, die im "Frühlingsgarten" ihre zweijährige Grundausbildung im Shiatsu begannen. Neben dem Erlernen der grundlegenden Techniken, den klassischen Meridianen und der Lehre von den Wandlungsphasen stand von Anfang an auch unser ganz persönlicher Entwicklungsprozess im Vordergrund der Ausbildung. Anders als in vielen anderen Schulen strebten wir zum damaligen Zeitpunkt nicht den Abschluss als GSD-Praktikerinnen an. Shiatsu als Weg hieß für uns, die Erfahrung mit dem Shiatsu und den vielen damit verbundenen Entwicklungsschritten zu machen.
Alles, was in uns durchs Shiatsu in Bewegung gesetzt wurde, bekam Raum, sich zu entwickeln und zu entfalten. Ausführliche Eingangsrunden mit persönlichen Themen und das Mitnehmen dieser Themen in die weitere Arbeit, sowie das Wiedereinsammeln von Erfahrungen und Erlebnissen prägte den Charakter der Ausbildung. Dabei waren Achtsamkeit und Wertschätzung und das Wahren von Grenzen ein verlässlicher Rahmen. Immer wieder wurde deutlich, dass die Verantwortung für den eigenen Prozess eine unverzichtbare Grundlage für uns alle war.
Lernen, mit uns selber in Kontakt zu kommen, lernen aus dieser Erfahrung in die Berührung zu gehen, aushalten, wenn es dabei immer wieder zu Brüchen, Stagnationen, Regression und Widerständen kommt. Das waren Herausforderungen, die jeder Einzelnen viel abverlangten. Der von Herzen kommende feine Humor Alenas, der oft Auftakt eines befreienden Lachens war, zeigte oft heilsame Wirkung und stärkte das persönliche Wachsen und das Zusammenwachsen in der Gruppe.

Birgit schreibt dazu im April 2004: "Durch die Shiatsu-Gruppe, durch die Liebe und Nähe untereinander, konnte ich mich allmählich öffnen und zugewandter im Kontakt werden, ohne mich zu verlieren. Der Kontakt zu Menschen verändert sich durch das Shiatsu. Er wird liebevoller."

Liebevoll wurde dieser Prozess von Alena begleitet, die uns immer wieder ermunterte, unsere eigenen Stärken und Ressourcen wahrzunehmen und zu nutzen. Ihre konsequente Ausrichtung, eben diesen Stärken und Ressourcen Raum zu geben, sind ein wesentlicher Kern einer sehr integrativen Arbeit, die von Alena geduldig und authentisch praktiziert wird. Ihre Überzeugung, dass Lernen und Wachsen nur gut in diesem heilsamen Klima gelingen kann, war für viele von uns eine völlig neue Erfahrung und hat uns über so manche Hürde hinweggeholfen. Alte, gut bekannte Lernmuster wurden mühsam als völlig überflüssig erkannt und konnten losgelassen werden. Ja, es gab sogar Situationen, in denen sich eine scheinbare Schwäche zu einer persönlichen Stärke herauskristallisierten konnte.
Dankbar und mit großer Begeisterung haben wir die handfesten Anteile unserer Ausbildung aufgenommen. Es hat uns Spaß gemacht, mit Bettina Baumgarten und Iris Braaker neue Techniken, Masunaga- Meridianverläufe und Positionen auszuprobieren, zu vertiefen und in Behandlungen immer weiter zu verfeinern.

Auch wenn wir diesen Aspekt als große Bereicherung erlebt haben, liegt der Schwerpunkt der Shiatsuausbildung bei Alena auf der Arbeit mit dem "Ki". Inspirierend war die Vielzahl der Möglichkeiten dem Ki zu begegnen:

  • in der Meditation
  • im Qigong und Tai Chi
  • in den Eingangsrunden
  • in vielen Einzel- und Paarübungen zur Ki-Wahrnehmung
  • in den Übungsbehandlungen
Auch wenn zu Beginn es sich keine von uns hätte vorstellen können, über die Grundausbildung hinauszugehen, gab es nun das sichere Gefühl noch unerschlossener Räume. Wie fühlt sich der eigene Ki-Fluss an? Wo sind Lebendigkeiten, wo Stagnationen? Was verändert sich, wenn beide miteinander verbunden werden? Was lösen sie in mir aus? Wie begegne ich ihnen? Wir wollten mehr wissen: von Ki, Fluss und Stagnation.
Damit wurde im "Frühlingsgarten" ein neues Projekt gestartet. Alena konzipierte die weiterführende Ausbildung "Shiatsu aus der Weisheit des Herzens ®", die uns bis zur GSD-Prüfung begleitet hat.

Wir beschäftigten uns mit den psychologischen Aspekten der Berührung, mit dem Erkennen und Wahren von Grenzen in der Arbeit mit Menschen, wir beleuchteten wichtige Aspekte des Klientengespräches, vertieften und verfeinerten unser Handwerk und unsere Techniken, setzten uns mit auftretenden eigenen Gefühlen in der Shiatsu-Arbeit auseinander, tauchten immer weiter ein in die Welt des Ki und bekamen erste wichtige Antworten, besprachen in regelmäßigen Supervisionsabenden unsere Praxiserfahrungen, und vieles mehr.
Danke auch an Wolfgang Freiwald für den anschaulichen und inspirierenden Unterricht in Anatomie, Physiologie und vergleichender Krankheitslehre!
Immer mehr machte sich die Idee bei uns breit, mit dem Shiatsu in der ein oder anderen Form professionell zu arbeiten. Das nicht nachlassende Hüten und Pflegen unseres Gruppenprozesses durch Alena kam jetzt zum Blühen und schaffte ein Klima des gegenseitigen Vertrauens und gegenseitigen Getragenseins. Mit diesem Rückhalt und dem Wissen, mit all unseren Facetten gesehen und geschätzt zu werden, gingen wir in die Prüfung.

Am 1. Juliwochenende 2006 war es soweit. Shiatsu-Prüfung im "Frühlingsgarten", mit dem Ergebnis, dass uns allen die GSD-Anerkennung ausgesprochen wurde. Wir sind dankbar, stolz und glücklich über das Erreichte. Deutlich geworden ist im Nachhinein, wie schwierig es ist, von "außen" einen Shiatsuprozess und das damit verbundene Können zu prüfen und zu bewerten. Gegenseitige Wertschätzung, Offenheit für Neues/Anderes und eine gute, fließende Kommunikation sind für das gegenseitige Kennenlernen und Verstehen hilfreich.
Unser Shiatsu-Weg geht weiter und darauf freuen wir uns. Die Arbeit mit dem Ki, eine professionelle Begleitung unserer Shiatsupraxis und nicht zuletzt unser persönliches weiteres Wachsen sind Schwerpunkte unserer zukünftigen Treffen im "Frühlingsgarten".

Die Ausbildungsgruppe des Frühlingsgartens 2003–2006